Mühlenbach Renaturierungsprojekt

“ DER LÖNINGER MÜHLENBACH FLIEßT IN DIE ZUKUNFT“

 

Bereits im Verlauf des Jahres 2005 wurde der Löninger Mühlenbach gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie(EG-WRRL) in einem aufwändigen Verfahren untersucht, wobei die ökologischen und ökonomischen Verhältnisse die Hauptschwerpunkte bildeten. Der Löninger Mühlenbach hat eine Gesamtlänge von 24 Kilometern in den Bereichen Löningen, Lastrup und Cloppenburg. Er wurde vor Jahrzehnten durch Begradigungs- und Entwässerungsmaßnahmen stark in seinem Verlauf und seiner Struktur verändert, ähnelt also mehr einem Entwässerungskanal. Ziel der Untersuchungen war festzustellen, durch welche Maßnahmen und mit welchen Kosten der Zustand des Mühlenbachs bis zum Jahre 2015 entscheidend verbessert werden könnte. Schnell stellte sich aber heraus, dass die Renaturierung des gesamten Mühlenbachs Millionen an Kosten verursachen würde. Deshalb wurde relativ schnell „der Deckel zugemacht“.

Nun hat sich allerdings eine entscheidende Wendung ergeben. Nach jahrelangen Bemühungen besonders der Stadt Löningen und der Hasewasseracht konnte erreicht werden, dass die Kompensationsmaßnahmen für die Versiegelung von Flächen in Bau- und Industriegebieten für Renaturierungsmaßnahmen am Mühlenbach verwendet werden können. Maßgeblich ist dabei der hohe Aufwertungsfaktor von 3,5; d.h. dass nur noch etwa ein Drittel der benötigten Flächen, die zurzeit knapp und teuer sind, zugekauft werden muss. „Dieses Modellvorhaben ist landesweit bisher einmalig“, so der zuständige Bauamtsleiter der Stadt Löningen, Hermann Dirks.

Schon jetzt hat die Stadt Löningen im Bereich „Duderstädter Mühle“ über 20 ha gewässernahe Flächen erwerben können, weitere 450.000 € wurden für die nächsten drei Jahre für den Kauf von Wiesen- und Ackerflächen bereitgestellt. Die Planungen durch das Stadt- und Landschaftsplanungsbüro Diekmann & Mosebach aus Rastede, in die auch maßgeblich der Fischereibiologe des Landesfischereiverbands Weser-Ems, Dr. Jens Salva, eingebunden wurde, sind bereits so weit fortgeschritten, dass der Rat der Stadt Löningen in seiner Sitzung im Januar 2015 mit großer Mehrheit beschlossen hat, den wasserrechtlichen Antrag beim Landkreis Cloppenburg auf den Weg zu bringen. Sollte alles zügig verlaufen, ist ein Baubeginn im Herbst 2015 nicht unwahrscheinlich.

Geplant ist als Fernziel, über eine Gewässerstrecke von etwa 3 Kilometern dem Löninger Mühlenbach von oberhalb der Duderstädter Mühle bis Löningen ein komplett neues, naturnah verlaufendes Flussbett zu geben, in dem der Bach natürlich mäandern kann. Das alte Bachbett wird dann als Altwasser Fischen, Vögeln, Amphibien und Insekten einen neuen Lebensraum bieten. Am Rande des Flusslaufs sollen Randstreifen, ein Auenwald, Erlen-Bruchwälder und Kleinwasserzonen entstehen. Durch diese Maßnahme wird eine ökologisch hochwertige Flusstalaue mit Flachwasserbereichen entstehen, die besonders auch dem Fischbestand zugutekommen wird; fehlen doch nach dem Gewässerausbau in den 60-iger Jahren weitgehend die Laich- und Rückzugsräume für den Fischbestand im Mühlenbach.

 

 

 

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Löninger Mühlenbach